Die Geschichte und die Entstehung unserer Gemeinde von 1219 bis heute

Datzeroth wird im Jahre 1219 ersterwähnt. Der Trierer Erzbischof und Kurfürst Dietrich von Wied (1212–1242) beendete in diesem Jahr einen Streit zwischen Wilhelm von Ouch und den Einwohnern zu Datzeroth (Dazinrod) einerseits sowie den Augustinerinnen des Klosters St. Thomas zu Andernach andererseits. Dabei wird der Dingvogt (dincvoit, d.h. Abgaben) den Klosterfrauen zugesprochen. Letztere unterhielten am Nonnenbach (Hunninbac) im Grenzelberg (Cruntzelenberc) schon 1152 einen Klosterhof mit einer Kapelle. Der Klosterbesitz erstreckte sich weitgehend auf den Ort und das Umland von Datzeroth. Auch 1242 sind beachtliche Waldstücke (Gruelsifen) zwischen Datzeroth und den Klosterleuten zu Grenzelberg strittig. Die Datzerother Einwohner Heinfried und Heinrich erklären am 5. April 1297, dass sie ihre Rechte an der Waldmark den Andernacher Augustinerinnen abtreten. Graf Johann IV. zu Wied (1535–1581) schloss am 28. April 1557 vor dem reformatorischen Hintergrund mit den Frauen vom Grenzelberg einen Vertrag, der die strittigen Fragen des Datzerother Hundestalls und der Güter zu Kurtscheid regelte. Diese Streitsache war auch vor dem Hofgericht zu Segendorf und dem Reichskammergericht anhängig gewesen. Zum Besitz der Grenzelberger Augusterinnen gehörten bis zur Reformation auch die Seiferts-Au und das auf der rechten Seite der Wied an der Gemeindegrenze zu Niederbreitbach gelegene ehemalige Forsthaus Nonnenbach.

 

Dort wo heute das Forsthaus Friedrichstal steht, befand sich seit dem 13. Jahrhundert der Weiler Ouch (später Auch, Auche), der Sitz eines Rittergeschlechts war. Im Jahre 1219 wurde ein Wilhelm von Ouch erstmals urkundlich erwähnt. Der Weiler wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, 1623 wurde Ouch zum letzten Mal erwähnt. Graf Friedrich III. zu Wied (1634–1698) baute in den 1640er Jahren an dieser Stelle ein Jagdschloss. Dieses Schloss wurde im 19. Jahrhundert niedergelegt. Heute steht dort das Fürstlich-Wiedische Forsthaus Friedrichstal.

 

Kirchlich gehörte Datzeroth bis in die Reformationszeit zu Feldkirchen, , heute ein Stadtteil von Neuwied. Dort befand sich auch der zuständige Friedhof. Ab 1400 bis 1575 hatten die Deutschherren in Waldbreitbach die Zehntrechte inne. Die kirchliche Zugehörigkeit lag in der Folge der Reformation zeitweise in Rengsdorf (ab 1583 bis 1745), zeitweise in Altwied (ab 1747). In der Zeit der Befreiungskriege (1813) mussten die Datzerother 800 Kosaken unterhalten. Im August 1820 wird erstmals eine Holzbrücke über die Wied errichtet. Die Einwohnerzahl wird 1843 mit 302 Seelen angegeben. Datzeroth hat nie eine eigene Kirche oder Kapelle aufgewiesen. Heute gehören die Einwohner von Datzeroth zur Evangelischen Kirchengemeinde in Altwied (Kirchenkreis Wied der Evangelischen Kirche im Rheinland) bzw. zur Katholischen Pfarrgemeinde St. Laurentius in Niederbreitbach (Dekanat Rhein-Wied im Bistum Trier).

 

Ab 1817 gab es in Datzeroth eine Evangelische Elementarschule. Der schulische Neubau von 1854 bestand bis 1911, als mit staatlichen Geldern beachtliche Änderungen vorgenommen wurden. 1966 wurde diese Dorfschule in Datzeroth wegen einer bevorstehenden Verwaltungsreform aufgelöst. Der erste Lehrer war Görg Matthias Fackert (um 1820), der letzte Lehrer hieß Gerhard Tröger. Heute gehen die Kinder von Datzeroth in die Neuerburg-Grundschule in Niederbreitbach, die weiterführenden Schulen sind die Deutschherrenschule in Waldbreitbach sowie die Realschulen und Gymnasien in Neuwied und Neustadt (Wied).

 

Datzeroth gehörte zur Grafschaft Wied, ab 1784 zum Fürstentum Wied-Neuwied. Im Mittelalter war Datzeroth Teil des Burgfriedens der Burg Wied (heute Altwied). Ab 1734 stand der Ort unter der Heddesdorfer Verwaltung. Im Jahre 1806 kam Datzeroth zum Herzogtum Nassau und 1815 zu Preußen. Im Jahre 1970 wurde die Zugehörigkeit der Ortsgemeinde Datzeroth zur neu eingeführten Verbandsgemeinde Waldbreitbach angeordnet, die das bisherige Amt Neuerburg als Gebietskörperschaft ablöste.

 

Die Gemeinde Datzeroth gehörte bis 1970 zur Verbandsgemeinde Niederbieber-Segendorf, welche im Rahmen der mit Wirkung vom 8. November 1970 ausgeführten Gebietsreform in Rheinland-Pfalz aufgelöst wurde. Mit gleichem Datum wurde Datzeroth der Verbandsgemeinde Waldbreitbach zugeordnet.