Die Entstehungsgeschichte:

 

Die letzte offizielle Kirmes vor dem Krieg fand 1938 auf der „Neuwies“ statt. Zu diesem Zeitpunkt existierte auch noch ein Männergesangsverein, der die Kirmes mitgestaltet hat. Gleichzeitig wurde auch ein Sängerfest veranstaltet.

 

Im darauf folgenden Jahr 1939 wurde noch eine inoffizielle Kirmes in kleiner Runde im Garten der Familie Heuser gefeiert. Es wurde damals Bier aus Flaschen ausgeschenkt.

 

Nach dem Krieg fand die Datzerother Kirmes von 1947 bis 1949 in einer Scheune gegenüber dem heutigen „Wasserhäuschen“ statt. Ausgerichtet wurde diese von 4 Burschen aus Datzeroth: Günter Rörig, Ernst Lichtenthäler, Helmut Görg und Albert Ehlscheid.

 

In den Folgejahren wurde die Kirmes in einem Festzelt entweder auf der „Neuwies“ oder am Feuerwehrhaus veranstaltet. Zur Finanzierung der Kirmes wurden nach guter, alter Sitte die zugewiesenen Bäume zu Stammholz und Meterholz von den Burschen „verarbeitet“ und an die Holzhandlung August Bien (später Otto Peters) verkauft. Eine weitere Einnahmequelle war das traditionelle Silvestersingen mit anschließendem Neujahrssammeln.

 

Die Kirmes in Datzeroth wurde, wie in vielen anderen Orten auch, von den unverheirateten Männern des Ortes ausgetragen. Was aber macht man, wenn in einem kleinen Dorf wie Datzeroth die Junggesellen rar werden?

 

In den späten 70er Jahren waren nur noch eine handvoll Junggesellen vorhanden, um die Kirmes auszutragen. Das war natürlich viel zu wenig. Also machte man sich Gedanken darüber, wie man „Personal“ einsparen konnte.

 

Der Ausschank der Datzerother Kirmes sollte in den Folgejahren vergeben werden und wurde von folgenden Personen übernommen: Walter Pinnhammer, Walter Ecker, Ludwig Birkel und Helmut Krämer sowie Karl-Heinz Marx und Hans-Günter Meurer.

 

1978 fand die Kirmes in der Gaststätte „Hotel zur Post“ statt. Ausgerichtet wurde diese von der Familie Kleinschmidt, dem damaligen Pächter der Gaststätte. Auf dem Parkplatz wurde ein Bierbrunnen aufgebaut und im Saal konnte getanzt werden. Durch die räumliche Trennung wollte keine richtige Stimmung aufkommen und die Kirmes fand bei den Dorfbewohnern und auswärtigen Gästen nicht den richtigen Anklang.

 

Eines war klar, so konnte der Verlauf der Kirmes nicht weitergeführt werden. Es musste eine grundlegende Veränderung herbeigeführt werden. So oder so ähnlich werden einige junge Männer aus Datzeroth, beziehungsweise denen Datzeroth am Herzen lag, gedacht haben, als sie sich am 18. Februar 1979 in der Gaststätte „Hotel zur Post“ versammelt hatten. Nach einigen Diskussionen über den zukünftigen Ablauf der Kirmes war folgendes schnell klar: Es muss ein neuer Verein gegründet werden. Mitglied des Vereins kann jeder männliche Dorfbewohner oder ehemalige Dorfbewohner werden. Der Verein soll dann der Grundstein für die Kirmes und die Geselligkeit im Ort sein. Die Burschengesellschaft Datzeroth war geboren!

 

Von den 38 anwesenden Gründungsmitgliedern wurde ein Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammen setzte:

 

 

1. Vorsitzender:  Hans-Günter Meurer / dessen Stellvertreter: Heinz Pinnhammer

 

2. Vorsitzender:  Manfred Esper           / dessen Stellvertreter: Detlef Blum

 

Kassierer:             Helmut Sager

 

Schriftführer:      Walter Wirtz, jun.

 

Weiterhin wurde eine Satzung beschlossen, die noch heute zum größten Teil Gültigkeit hat. Ziel und Wunsch des Vorstands und der Mitglieder war und ist es, die Tradition der Datzerother „Dorfkirmes“ wieder aufleben zu lassen und fort zu führen.

 

Die Kirmes wurde dann wieder ab Juli1979 im Festzelt auf dem Bolzplatz (heutige Multifläche) ausgerichtet. Da hier die Wasser- und Stromversorgung nur mit erheblichem Aufwand gewährleistet war und auch keine Sanitäranlagen vorhanden waren, wurde 1989 beschlossen, das Festzelt am Dorfgemeinschaftshaus aufzubauen.  

Hier findet jetzt Jahr für Jahr am letzten Wochenende im Juli unsere traditionelle

Datzerother Kirmes statt.

 

Das diese und viele andere Traditionen der Datzerother Kirmes weiterleben und weitergegeben werden, ist aber nicht nur ein Verdienst des Vorstands oder den Mitgliedern der Burschengesellschaft, sondern auch der Dorfbevölkerung, Freunden und Helfern, die uns Jahr für Jahr bei der Ausrichtung der Kirmes tatkräftig unterstützen.

 

In den letzten 30 Jahren hat sich die Burschengesellschaft stetig weiterentwickelt und vergrößert. Neben der Ausrichtung der jährlichen Kirmes, werden zusätzliche Aktivitäten durchgeführt. Diese sind z. B.:

 

  • Mitgestaltung des St. Martin Umzugs
  • Jährliche Nikolausfeier für die Kinder des Dorfes
  • Jährliche Nachkirmes bzw. Helferfest
  • Mehrtägige Fahrt für alle Mitglieder und deren Partner (im Wechsel mit Feuerwehr und Gymnastikverein)

 

Dadurch hat sich die Burschengesellschaft nicht nur zu einer festen Größe, sondern auch zu einem besonderen sozialen Bestandteil der Dorfgemeinschaft entwickelt.

 

Diese kontinuierliche Entwicklung der Burschengesellschaft war und ist eng verbunden mit der langjährigen Vorstandsarbeit von Hans-Günter Meurer, Manfred Esper und Helmut Sager.

 

Hans-Günter Meurer und Manfred Esper führten den Verein 25 Jahre als Vorsitzende (1979 bis 2004) und wurden danach zu Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Helmut Sager war von 1979 bis 2011 als Kassierer in der Burschgesellschaft tätig und sorgte dafür, dass der Verein finanziell unabhängig blieb.

 

Aber auch jedes einzelne Mitglied hat bis heute seinen Teil zum Erfolg der Burschengesellschaft beigetragen.

 

Ob den jungen Männern damals bewusst war, was Sie ins Leben gerufen haben, können wir nicht beantworten, aber auf das was daraus geworden bzw. entstanden ist, können sie heute noch stolz sein!!